Ob wohl bei der Trauerfeier mehr im Raum ist, als der in den Sarg gebettete Leib der Verstorbenen oder die Asche des Verstorbenen in der Urne? Diese Frage stellt sich immer wieder.
Manchmal fühlt es sich so an, als sei die, der Verstorbene noch einmal ganz präsent.

Wenn der Organist für seinen verstorbenen Kollegen noch einmal alle Klangfarben „seiner“ Orgel erklingen lässt.
Wenn die Tochter noch einmal ganz persönlich zur verstorbenen Mutter spricht.
Wenn Sohn und Enkel zusammen für den verstorbenen Vater und Großvater musizieren.

Oder neulich, als wir gebeten wurden, Bachs Air mit Geige und Orgel zu musizieren. Meine Lieblings-Geigerin und ich hatten uns vor der Feier getroffen, um die Musik noch einmal anzuspielen. Und während wir geprobt haben, wurde der Sarg in den Raum gefahren. Wir haben beide, unabhängig voneinander, Gänsehaut bekommen. Es war ein besonderer Moment – wie wenn wir uns kurz gegrüßt und freundlich zugenickt hätten. Und so besonders war auch die Trauerfeier. Es war eine der Trauerfeiern, bei denen alles passt und ganz stimmig ist. 

Da werden stabile Trittsteine gelegt für den Weg der Zugehörigen. Mit Worten, mit Musik, mit Gemeinschaft. Das trägt.

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